BabyfinoEN

Babyphones mit Funk erzeugen hochfrequente elektromagnetische Felder – umgangssprachlich „Elektrosmog“ –, und wenn sie über ein Netzteil an der Steckdose hängen, kommen niederfrequente Felder dazu. Nach Messungen im Auftrag des Schweizer Bundesamts für Gesundheit (BAG) bleiben sie unter den Grenzwerten. Das deutsche Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) empfiehlt wegen verbleibender wissenschaftlicher Unsicherheiten trotzdem, die Belastung klein zu halten: schwach sendende Geräte, viel Abstand zum Bett, das Netzteil weit weg. Das gilt genauso, wenn ein Handy das Babyphone ist.

Ist Babyphone-Strahlung schädlich?

Das BAG fasst den Stand in seinem Faktenblatt vom März 2026 so zusammen: Nach aktuellem Wissen ist nicht zu erwarten, dass die Strahlung von Babyphones die Gesundheit gefährdet. Sie ist zu schwach, um den Körper so zu erwärmen, dass nachweisbare akute Wirkungen entstehen – und genau davor schützen die Grenzwerte. Unbekannt sind mögliche Langzeitwirkungen schwacher Felder. Dieser Unsicherheit begegnet das BAG mit Vorsorge: Sprachaktivierung und genügend Abstand.

Das BfS sieht es ähnlich (Stand Februar 2025). Weil sich Babys und Kleinkinder noch entwickeln, könnten sie besonders empfindlich auf elektromagnetische Felder reagieren. Nachgewiesen ist das nicht, und aktuelle Studien sprechen laut BfS gegen eine erhöhte Empfindlichkeit von Kindern. Aus Vorsorge rät das Amt dennoch, die Felder möglichst gering zu halten.

Oft zitiert wird die Internationale Krebsagentur (IARC), die hochfrequente Felder 2011 als „möglicherweise krebserregend“ (Gruppe 2B) eingestuft hat. Das BAG ordnet das ein: Die Einstufung beruht auf begrenzten Daten zum Telefonieren mit Handy oder Schnurlostelefon am Kopf. Einen Zusammenhang zwischen gesundheitlichen Wirkungen und der Strahlung anderer Geräte wie Babyphones hat die IARC nicht festgestellt.

Dieser Ratgeber gibt wieder, was die Strahlenschutzbehörden sagen. Eine ärztliche Beratung ersetzt er nicht.

Welche Grenzwerte gelten für Babyphones?

Für Babyphones gelten dieselben Grenzwerte wie für andere Funkgeräte. Sie beruhen auf den Empfehlungen der Internationalen Kommission zum Schutz vor nichtionisierender Strahlung (ICNIRP) und stehen in der EU-Ratsempfehlung 1999/519/EG. Am strengsten ist der Wert für die spezifische Absorptionsrate (SAR) in Kopf und Rumpf: 2 Watt pro Kilogramm. Derselbe Höchstwert gilt für Handys, Smartphones und Tablets, am Kopf wie am Körper (BfS).

Wie weit Babyphones darunter liegen, hat das BAG messen lassen. Ergebnis: Die Felder nehmen mit dem Abstand sehr schnell ab. In einem Meter Entfernung lagen die elektrischen Felder der gemessenen Audio-Babyphones unter den Referenzwerten, und selbst wenn ein Kind das sendende Gerät berühren würde, bliebe der Grenzwert eingehalten. Für WLAN- und Bluetooth-Geräte, Walkie-Talkies und Handys, die in einem Meter Abstand zum Baby als Babyphone laufen, gilt laut BAG dasselbe.

Was das Bundesamt für Strahlenschutz empfiehlt

Auf seiner Seite zu Babyüberwachungsgeräten nennt das BfS vier Vorsorgemaßnahmen:

  1. Geräte mit möglichst niedriger Feldintensität verwenden.
  2. Auf eine dauernd sendende Reichweitenkontrolle verzichten, wenn es geht, und die Reichweite vor dem Gebrauch selbst prüfen. Gemeint sind Babyphones, deren Sender im Kinderzimmer ständig funkt, damit die Elterneinheit merkt, ob sie noch in Reichweite ist.
  3. Möglichst viel Abstand zwischen Gerät und Kinderbett – so viel, wie geht, ohne dass das Babyphone nicht mehr zuverlässig funktioniert.
  4. Das Netzteil eines Geräts am Stromnetz vorsorglich möglichst weit vom Bett entfernt aufstellen. Läuft das Gerät mit Batterien, entstehen keine niederfrequenten Wechselfelder.

Hinter Punkt 4 steht eine eigene Frage: Einige Studien zeigen bei bestimmten Magnetfeldern ein leicht erhöhtes Leukämierisiko bei Kindern. Einen ursächlichen Zusammenhang hält das BfS nicht für bewiesen, und solche Belastungen kommen in deutschen Haushalten selten vor. Die Empfehlung ist also reine Vorsorge.

Konkrete Abstände in Zentimetern, eine Sprachaktivierung oder einen Eco-Modus nennt das BfS auf dieser Seite nicht. Die finden sich beim BAG.

Wie viel Abstand sollte das Babyphone zum Bett haben?

Das BAG wird konkret:

  • Die Babyeinheit mindestens einen Meter vom Kinderbett entfernt aufstellen.
  • Ein Steckernetzteil mindestens 50 cm vom Bett entfernt halten. Es ist laut BAG auch dann in Betrieb, wenn das Babyphone ausgeschaltet ist, und erzeugt in direkter Nähe stärkere 50-Hz-Magnetfelder. In 50 cm Abstand sind sie nur noch sehr klein.

Ein Meter ist die Untergrenze, kein Ziel: Nach dem BfS darf es mehr sein, solange das Gerät dein Kind noch zuverlässig hört. Ein Regal oder eine Kommode an der anderen Zimmerseite ist oft ein guter Platz. Hör nach dem Aufstellen einmal mit, ob leise Geräusche aus dem Bett ankommen.

Welches Babyphone ist strahlungsarm?

Ein Babyphone ganz ohne Strahlung gibt es nicht, solange es per Funk sendet – „strahlungsfrei“ ist kein Funkgerät. Strahlungsarm wird es durch Technik und Einstellungen:

  • Sprachaktivierung (VOX): Die Babyeinheit sendet erst, wenn es im Zimmer lauter wird. Das BAG empfiehlt diesen Modus – mit dem Hinweis, Aufstellort und Empfindlichkeit so zu wählen, dass die Geräusche deines Kindes sicher übertragen werden.
  • Eco-Modus: Laut Herstellerangaben senkt er die Strahlung im Stand-by zusätzlich (BAG).
  • Abschaltbare Reichweitenkontrolle: Bei manchen Geräten lässt sich das ständige Prüfsignal ausschalten (BAG). Das entspricht der BfS-Empfehlung oben.
  • Kein Walkie-Talkie: Walkie-Talkie-Babyphones arbeiten mit deutlich höherer Sendeleistung, um große Reichweiten zu schaffen. Wer ein strahlungsarmes Gerät möchte, sollte laut BAG keins verwenden.
  • Video nur, wenn du es brauchst: Geräte mit Kamera senden während der Videoübertragung dauernd (BAG).
  • Batterie statt Netzteil, wo es geht: dann fallen die niederfrequenten Felder weg (BfS).

Öko-Test hat 2018 vierzehn Babyphones auch auf Elektrosmog geprüft und zehn davon deshalb mit „mangelhaft“ oder „ungenügend“ bewertet. Abgewertet hat die Zeitschrift nach eigener Aussage aus Gründen des vorbeugenden Verbraucherschutzes; kritisiert wurden unter anderem Geräte, die auch ohne Geräusch dauernd senden, und Reichweitenkontrollen, die sich nicht abstellen lassen. Der Test ist acht Jahre alt, die Kriterien helfen beim Vergleichen aber bis heute.

Handy als Babyphone: Wie viel strahlt ein Smartphone im Kinderzimmer?

Auch ein Smartphone oder Tablet, das als Babyphone im Kinderzimmer liegt, ist ein Sender – über WLAN, Mobilfunk oder beides. Das BAG hat diese Variante ausdrücklich betrachtet: In einem Meter Abstand zum Baby liegt die Strahlung unter den Grenzwerten. Aus den Tipps des BfS für Smartphones (Stand 2024) lässt sich ableiten, wie du sie weiter senkst:

  • WLAN statt Mobilfunk: Bei WLAN ist die Sendeleistung in der Regel niedriger als im Mobilfunk. Am Gerät im Kinderzimmer kannst du dafür den Flugmodus einschalten und danach nur das WLAN wieder aktivieren; dann funkt es nicht mehr im Mobilfunknetz. Das WLAN im Kinderzimmer muss dann aber stabil sein.
  • Abstand: Die Belastung sinkt laut BfS deutlich, je weiter das Gerät vom Körper entfernt ist. Also auch hier mindestens einen Meter vom Bett, besser mehr.
  • Ladegerät weg vom Bett: Für das Netzteil gilt dasselbe wie bei jedem Babyphone, mindestens 50 cm (BAG).

Wie du ein altes Handy sonst noch einrichtest, steht im Ratgeber Handy als Babyphone.

Und Babyfino?

Babyfino macht ein freies Handy oder Tablet zum Baby-Gerät, und das ist ein Funkgerät im Kinderzimmer. Es sendet über WLAN oder Mobilfunk, und zwar während der Überwachung durchgehend: Es überträgt den Live-Ton und schickt alle drei Sekunden ein Lebenszeichen, damit du nach etwa zehn Sekunden alarmiert wirst, wenn es ausfällt. Damit folgt es Punkt 2 der BfS-Empfehlung bewusst nicht: Das Lebenszeichen ist eine dauernd sendende Verbindungskontrolle, und ohne sie gäbe es keinen Ausfallalarm. Strahlungsfrei ist das nicht, und wir behaupten es auch nicht. Umso mehr gelten für das Baby-Gerät die übrigen Ratschläge: mindestens einen Meter vom Bett, besser mehr, das Ladegerät mindestens 50 cm entfernt, im WLAN statt im Mobilfunk. Vor dem Start prüft Babyfino Mikrofon, Ladegerät, Stummschaltung und ob Alarme bei dir ankommen. Babyfino erscheint bald für iPhone und Android.

Wie sich App und klassisches Gerät sonst unterscheiden, vergleicht die Seite Babyphone-App oder Video-Babyphone?.

Quellen

  1. Bundesamt für Strahlenschutz: Babyüberwachungsgeräte, 2025 (abgerufen am 21.10.2026)
  2. Bundesamt für Gesundheit BAG (Schweiz): Faktenblatt Babyphon, 2026 (abgerufen am 21.10.2026)
  3. Bundesamt für Strahlenschutz: Weniger Strahlung bei der Nutzung von Smartphones oder Tablets, 2024 (abgerufen am 21.10.2026)
  4. Bundesamt für Strahlenschutz: Drahtlose Anwendungen im Alltag, 2026 (abgerufen am 21.10.2026)
  5. Öko-Test: Babyphone im Test: Strahlung bei zehn Geräten stark erhöht, 2018 (abgerufen am 21.10.2026)