BabyfinoEN

Ein Babyphone mit 2 Kameras brauchst du, wenn deine Kinder in zwei verschiedenen Zimmern schlafen – ein Baby und ein älteres Geschwisterkind etwa, oder Zwillinge, die nicht mehr im selben Raum liegen. Jedes Zimmer bekommt dann seine eigene Kamera oder Babyeinheit, und du empfängst beide an einer Stelle. Entscheidend ist weniger, ob du beide Bilder gleichzeitig siehst, als ob du beide Kinder zuverlässig hörst und sofort weißt, welches gerade wach ist. Zwillinge, die im selben Zimmer schlafen, kommen meist mit einem Gerät aus.

Wann braucht man ein Babyphone mit 2 Kameras?

Die Frage ist dieselbe wie bei einem Kind: Hörst du es von dort, wo du abends bist? Das Elternportal kindergesundheit-info.de des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) empfiehlt ein Babyphone, wenn Kinder- und Elternschlafzimmer räumlich getrennt sind, zum Beispiel auf verschiedenen Etagen [1]. Mit zwei Kindern stellt sich diese Frage für jedes Zimmer einzeln. Typische Fälle:

  • Geschwister in zwei Zimmern: Das Baby schläft im Kinderzimmer, das große Geschwisterkind nebenan oder ein Stockwerk höher.
  • Zwillinge in getrennten Zimmern: zum Beispiel, weil sie sich gegenseitig wecken.
  • Ein Kind im Elternschlafzimmer, eines im Kinderzimmer: Solange ihr abends noch im Wohnzimmer sitzt, liegen beide außer Hörweite.

Schlafen beide Kinder im selben Raum, genügt in der Regel eine Kamera, die beide Betten erfasst – oder ein Gerät nur mit Ton.

Babyphone für Zwillinge: eine Kamera oder zwei?

Solange Zwillinge in einem Zimmer schlafen, reicht ein Gerät. Für das erste Lebensjahr rät das BIÖG, das Baby in seinem eigenen Bettchen im Schlafzimmer der Eltern schlafen zu lassen [2]. Nachts, wenn ihr selbst dort liegt, braucht ihr dann kein Babyphone; gebraucht wird es abends, wenn die beiden schon schlafen und ihr noch nicht.

Ob Zwillinge sich anfangs ein Bett teilen können und ab wann jedes einen eigenen Schlafplatz braucht, erklärt die britische Lullaby Trust, die Eltern zum sicheren Babyschlaf berät: Sobald eines der beiden sich drehen und im Bett bewegen kann, brauchen sie getrennte Schlafplätze [3]. Für das Babyphone ändert das wenig, solange beide Bettchen im selben Raum stehen.

Eine zweite Kamera lohnt sich, wenn

  • die Zwillinge in getrennte Zimmer umziehen,
  • die Betten so stehen, dass eine Kamera nicht beide gut zeigt,
  • du ohnehin ein Gerät mit Zusatzkamera hast und das zweite Kind später ein eigenes Zimmer bekommt.

Kann ich mit einem Babyphone mit 2 Kameras beide Kinder gleichzeitig hören?

Das ist die wichtigste Frage bei zwei Kindern – und die Antwort hängt vom Gerät ab. Bei einem Set aus zwei Kameras und einem Monitor kommt alles an einer Elterneinheit an. Schau vor dem Kauf in die Bedienungsanleitung und kläre drei Dinge:

  • Hörst du beide Zimmer zugleich – oder nur das, dessen Bild gerade angezeigt wird?
  • Löst jedes Zimmer seinen eigenen Geräuschalarm aus, auch wenn gerade das andere Bild zu sehen ist?
  • Sagt dir der Alarm, aus welchem Zimmer er kommt? Ein Piepen hilft wenig, wenn du danach erst herausfinden musst, welches Kind wach ist.

Kannst du nur einen Punkt prüfen, dann den letzten. Ein Alarm, der das Kind nennt, bringt dir mehr als ein Bild, das beide zeigt: Abends willst du nicht auf einen Bildschirm schauen, sondern wissen, in welches Zimmer du gehst.

Split-Screen oder Umschalten: Wie zeigt ein Babyphone zwei Kameras an?

Babyphones mit zwei Kameras zeigen die Bilder auf zwei Arten:

  • Split-Screen (geteilter Bildschirm): Beide Bilder erscheinen nebeneinander oder übereinander. Du siehst beide Kinder auf einen Blick, jedes aber kleiner.
  • Umschalten: Der Bildschirm zeigt ein Zimmer. Du wechselst per Taste, oder das Gerät wechselt im Takt von selbst – bei manchen Geräten „Scan-Modus“ genannt.

Was dir mehr bringt, hängt davon ab, wie oft du überhaupt hinschaust. Wer vor allem auf Geräusche reagiert, braucht keinen geteilten Bildschirm. Ob dir ein Bild hilft oder ob Ton reicht, wägt der Ratgeber Babyphone mit oder ohne Kamera ab.

Worauf du bei einem Babyphone für 2 Zimmer achten solltest

  • Reichweite: Funkverbindungen werden durch Wände, Decken, Möbel und Scheiben beeinträchtigt, schreibt das Schweizer Bundesamt für Gesundheit (BAG) [4]. Liegen die Kinderzimmer auf zwei Etagen, muss die Elterneinheit beide Kameras dort erreichen, wo du abends bist. Teste das, bevor du dich darauf verlässt; mehr dazu auf der Seite zur Babyphone-Reichweite.
  • Eine Warnung bei Verbindungsabbruch – für jedes Zimmer: Fällt eine Kamera aus, darf das nicht so aussehen wie ein ruhig schlafendes Kind. Schalte zum Test eine Einheit aus und schau, ob und wie schnell die Elterneinheit warnt.
  • Zusatzkameras: Zieht das zweite Kind erst später ins eigene Zimmer, kläre vorher, ob sich eine weitere Kamera nachrüsten lässt, wie viele die Elterneinheit annimmt und was sie kostet.
  • Aufstellung: Das BAG empfiehlt, die Babyeinheit mindestens einen Meter vom Kinderbett entfernt aufzustellen [4]. Die US-Verbraucherschutzbehörde CPSC rät, Kabel mindestens drei Fuß – etwa 90 Zentimeter – von jedem Teil des Bettes fernzuhalten und ein Babyphone nie ins Bett oder auf den Bettrand zu stellen [5]. Mit zwei Kameras gilt das in beiden Zimmern.
  • Dunkelheit im Kinderzimmer: Achte darauf, dass an der Babyeinheit nichts leuchtet oder piept, was dein Kind wecken könnte.

Babyphone mit 2 Sendern und 1 Empfänger: Geht das auch ohne Kamera?

Wenn du kein Bild brauchst, such nach einem Audio-Babyphone, dessen Elterneinheit eine zweite Babyeinheit annimmt – im Handel auch als „2 Sender, 1 Empfänger“ beschrieben. Es gelten dieselben Fragen wie bei Kameras: Hörst du beide Zimmer zugleich, und erkennst du am Alarm, aus welchem er kommt? Steht das nicht in der Bedienungsanleitung, frag vor dem Kauf nach.

Babyphone mit 2 Kameras und App: So geht es mit Handys

Statt eines Sets mit Zusatzkamera kannst du auch Handys verwenden. Das Prinzip: In jedes Kinderzimmer kommt ein ausgedientes Smartphone oder Tablet, das zuhört und auf Wunsch filmt; eure eigenen Handys empfangen. Für das zweite Kind kaufst du also keine zweite Kamera, sondern nimmst ein zweites altes Gerät – vielleicht liegt eines schon in der Schublade. Wie du es vorbereitest und aufstellst, steht im Ratgeber Handy als Babyphone.

Prüfe bei einer App vor allem drei Dinge: Kann sie mehrere Kinder gleichzeitig überwachen, und sagt sie dir, welches sich meldet? Können mehrere Eltern-Handys zugleich empfangen? Und überträgt sie nur im Heim-WLAN oder auch übers Internet? Eine App, die übers Internet überträgt, ist nicht an die Reichweite einer Funkstrecke gebunden, solange beide Geräte online sind. Ohne Internet geht dann aber nichts – wo es keines gibt, ist ein Funk-Babyphone die bessere Wahl (mehr dazu unter Babyphone ohne WLAN).

So ist Babyfino gebaut: Jedes Kind bekommt sein eigenes Baby-Gerät, ein freies Handy oder Tablet in seinem Zimmer. Auf euren Handys seht ihr jedes Kind mit Namen und Zustand – ruhig, wach oder keine Verbindung –, und ein Alarm nennt das Kind, um das es geht. Beliebig viele Eltern-Handys empfangen gleichzeitig. Wer zu einem Kind geht, tippt auf „Ich gehe“: Die anderen sehen, wer unterwegs ist, und werden für diese Wachphase höchstens drei Minuten lang nicht erneut alarmiert. Verliert ein Baby-Gerät die Verbindung, kommt nach etwa zehn Sekunden ein Alarm. Babyfino läuft im WLAN und über mobile Daten, braucht aber auf beiden Seiten Internet, und erscheint bald für iPhone und Android.

Quellen

  1. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), kindergesundheit-info.de: Babyüberwachungsgeräte, 2026 (abgerufen am 22.10.2026)
  2. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), kindergesundheit-info.de: Sicher schlafen – Schlafempfehlungen für das 1. Lebensjahr, 2025 (abgerufen am 22.10.2026)
  3. The Lullaby Trust: Twins and multiples, 2025 (abgerufen am 22.10.2026)
  4. Bundesamt für Gesundheit BAG (Schweiz): Faktenblatt Babyphon, 2026 (abgerufen am 22.10.2026)
  5. U.S. Consumer Product Safety Commission: Infants and Toddlers Can Strangle in Baby Monitor Cords (Publication 5066), 2012 (abgerufen am 22.10.2026)